Rückenschmerzen bei Kindern

Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind als Krankheitsbild weitaus häufiger als man sich vorstellen mag. Denkt man doch, die seien doch noch jung, elastisch und dynamisch, hat die Veränderung der zivilisatorischen Gewohnheiten dazu beigetragen, genau diese Beschwerden zu kultivieren. In diesem Artikel bringe ich Ihnen daher die drei häufigsten Ursachen für wiederkehrende Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen nahe. Im Folgeartikel wird es darum gehen, wie man präventiv und therapeutisch vorgehen kann, um die Symptome wieder loszuwerden oder im Vorhinein zu verhindern.

Rückenschmerzen Müde

Rückenkiller Nr. 1: „Schülerhaltung“

Sehe ich mehrfach täglich auf meiner Behandlungsliege sitzen, ein Kind in maximal erschlaffter „Schülerhaltung“, wie ein nasser Sack in sich zusammengesunken. Schultern ziehen nach vorn, Halswirbelsäule ist überstreckt, Brustwirbelsäulenbuckel und Kinnunterkante hängt fast auf Bauchnabelhöhe.  Ein Stich mit dem Zeigfinger in die Flanke in Höhe des Rippenbogens lässt das Kind schmerzhaft aufjaulend gleich einmal um die Hälfte wachsen. Die Schultern hängen meist trotzdem noch nach vorn – und der Schädel meistens auch. Dass dies Schulter-Nacken-Beschwerden mit Zug am Hinterhaupt nach sich zieht, ist völlig klar. Und so hängt man dann sechs bis acht Stunden auf dem Schultisch, dann am Mittagstisch, dann am Hausaufgabentisch. Wir sind nicht fürs dauerhafte Sitzen konstruiert.

Rückenschmerzen Schüler

Rückenkiller Nr. 2: Bildschirmkonsum

Rückenschmerzen Handy

Ganz ehrlich, die empfohlenen Obergrenzen von 30-60 Minuten Bildschirmkonsum (Fernsehen, Tablet, Handy, Konsole all-in) werden heutzutage von den wenigsten Familien eingehalten. Spätestens, wenn das Kind ein eigenes Tablet oder Handy hat, ist die Kontrolle (es sei denn die Mediengeräte haben Zeitsperren, die von den Kindern nicht geknackt werden) futsch. Dann wird weiterhin: gesessen! Immer mit dem Blick nach unten, Schultern nach vorn, Kopf abwärts geneigt. Also „Schülerhaltung 2.0“! Wer sitzt schon beim Medienkonsum aufrecht, Brust raus, Wirbelsäule gestreckt, Kopf eher etwas nach oben gerichtet. Ok: Vielleicht der Hardcoregamer mit Gamingstuhl und ergonomisch ausgerichtetem Bildschirm etc. Bei demjenigen postuliere ich nur eine Mediensitzzeit von garantiert mehr als 3Std. pro Tag!

 Gamer

Rückenkiller Nr. 3: Übergewicht

Fett und Knochen wächst durch Futtern, Muskeln nur dadurch, dass man sie benutzt – Das gilt schon fürs Baby. Letztens sagte ich zu einem übergewichtigen Zehnjährigen in der Praxis „Hey XY, ich habe eine gute Nachricht für Dich: Du musst kein Gramm abnehmen! Die schlechte: Du darfst in den nächsten 5 Jahren nicht EIN Gramm zunehmen! Dann wird dich der Pubertätswachstumsschub retten!“ Wer zu viel sitzt, keinen regelmäßigen Sport außerhalb der Schule macht, und sich dazu noch ungesund ernährt, dessen Rücken wird sich über kurz oder lang schmerzhaft bemerkbar machen. Das Problem am Übergewicht ist häufig eine Fehlwahrnehmung des familieninternen Nahrungsverzehrs. „Der ist gar nicht so viel!“ oder „Der hat bestimmt was mit seinen Drüsen!“ oder „Der hat schwere Knochen!“. Ich empfehle allen Eltern einmal vier Wochen alles aufzuschreiben, was das Kind über den Tag konsumiert sowohl flüssig als auch fest. Die Erkenntnis daraus ist häufig erschreckend. Dabei ist das Learning ganz einfach: Mathe Grundschule: Gewicht = Energiezufuhr – Energieverbrennung!

Was findet man osteopathisch bei Rückenschmerzen bei Kindern?

Die Latte ist natürlich endlos. Funktionsstörungen im Becken, im Kreuzdarmbeingelenk, im Psoasmuskel. In der Lendenwirbelsäule und im thorakolumbalen Übergang, in der Brustwirbelsäule und den Rippen, dem Zwerchfell, der Halswirbelsäule, dem Schädel, der Schulter-Nackenmuskulatur, Schlüsselbein, Schulterblatt, Kiefergelenke etc. etc.

Rückenschmerzen Turnen

Und täglich grüßt das Murmeltier bei Rückenschmerzen

Klar kann ich osteopathisch die Situation für den Patienten verbessern. Blockierungen auflösen, Verspannungen lockern, Beweglichkeit verbessern, Schmerz reduzieren! Wenn sich an den Ursachen, die zu den Beschwerden geführt haben, nichts ändert, sind die Rückenschmerzen bei Kindern spätestens nach vier Wochen wieder da.

Also, was tun? Dazu mehr im Folgeartikel!

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