Übungen bei Knick-Senkfuß

Kürzlich berichtete ich, dass Einlagen alleine pathologische – also symptomatische – Knick-Senkfüße bei Kindern nicht korrigieren werden. Nachgewiesen ist, dass Fußgymnastik das Längs- (und Quer-)gewölbe bei dieser Fußfehlstatik aufrichten kann. Im Folgenden werde ich Ihnen ein Potpourri an Übungen bei Knick-Senkfuß beim Kind an die Hand geben. Suchen Sie sich die Trainingsvarianten heraus, die Ihr Kind anhaltend motiviert durchführen wird können.

Barfuß

Wichtigste Regel: Barfuß!

Dies gilt grundsätzlich und für alle Übungen, aber auch im Alltag. Lassen Sie Ihr Kind möglichst viel sockenfrei barfuß laufen. Einlagen „drücken“ immer nur an den gleichen Stellen. Sand, Kies, Gras, Rindenmulch, verschiedene Bogenbeläge stimulieren die Fußsohlenrezeptoren immer verteilt und holen so ein Optimum aus der Muskelanspannung heraus!

Üben Sie lieber viermal die Woche fünf Minuten, als einmal die Woche zwanzig Minuten. Durch die wiederkehrende Belastung wird die Muskulatur gekräftigt, durch einmal heftig eher überanstrengt. Wenn Ihr Kind in den Übungen etwas mit den Füßen festhalten soll, idealerweise ca. zehn Sekunden lang!

Übungen bei Knick-Senkfuß Kind

Übungen bei Knick-Senkfuß für Kindergartenkinder

  • Murmelspiele: Diese gibt es in verschiedenen Varianten und können auch in Gruppen durchgeführt werden. Bitte darauf achten, dass die Füße jeweils abwechselnd genutzt werden
    • Murmeln im Stehen mit den Zehen greifend vom Boden in eine Schale legen
    • Murmeln sitzend mit den Zehen greifen und in eine Schale „werfen“
    • Murmeln im (ggf. Staffel-)lauf eine Strecke mit den Zehen halten und tragen und an einen Partner übergeben oder in eine Schüssel legen
  • Handtuchspiele:
    • Handtuch“tau“ziehen: Zwei gegenüber auf dem Boden sitzende, mit den Händen hinter dem Körper abstützende Kinder greifen mit den Zehen das Handtuch und versuchen es, dem anderen zu entreißen
    • Handtuchwettrennen: Auf dem Handtuch stehend mit den Zehen greifend, mit den Fersen watschelnd möglichst schnell eine bestimmte Strecke zurücklegen
    • Handtuch tragen: Auf einem Bein hüpfend mit den Zehen der Gegenseite ein Tuch greifend bis zu einem Wendepunkt bringen, dort die Seite wechseln und zurück
  • Balancieren: Barfuß über einen Bindfaden am Boden, oder über eine Slackline, Baumstamm, Balancierstange etc.
  • Malen:
    • Statt „Finger“malfarben die Füße benutzen, um kreativ tätig zu werden. Wem das zu viel Sauerei ist, kann natürlich mit dem Fuß auch einen Stift greifen und damit malen. Trainiert nebenbei auch fleißig das Gleichgewicht!
  • Fühlen:
    • Auch als Kindergeburtstagsspiel tauglich. Mit verbundenen Augen über bestimmte Oberflächen laufen, erfühlen und raten. Sand, Kies, Gras, Moos, Rindenmulch, Metall, Reis, Linsen, Legosteine…
Slackline

Übungen für „Größere“

Im Prinzip könnte ich hier sagen, „geht’s raus, spielt’s Fußball!“, am besten Barfuß im Sand und gut. Aber neben Sport, für den, wenn nicht barfuß ausgeübt, adäquates Schuhwerk zwingend erforderlich ist, gibt es natürlich auch Übungen bei Knick-Senkfuß, die zu Hause niederschwellig durchgeführt werden können.

  • Zehenspitzen- und Hackengang über einige Minuten, idealerweise auch über wechselnde Bodenbeschaffenheit
  • Sitzend auf einem Stuhl:
    • Gegenstände mit beiden Füßen anheben, einen Ball (ggf. auch mit den Füßen hochwerfen und fangen), Flaschen, Gewichte
    • Fersen anheben, Waden anspannen, Zehenspitzen auf den Boden pressen
    • In kreisenden Bewegungen in der Luft die Füße bewegen und am Boden kreisend die natürlichen Auflageflächen des Fußes stimulieren (Innenkante, Außenkante, Fersen, Vorfuß, Fußgelenke)
  • Treppenstufe: Auf der untersten Treppenstufe mit den Vorfüßen stehen, in den Zehenspitzenstand gehen sowie Achillessehne dehnen durch Absenken unterhalb der Treppenstufenebene
  • Fußsohlenmassage stehend mit Faszienrolle, Igelball oder Tennisball

Alle Übungen erfordern insgesamt wenig Aufwand. Die für die größeren können parallel zu anderen Aktivitäten durchgeführt werden, z.B. während des Zähneputzens, beim (in der Regel eh viel zu hohem) Bildschirmkonsum. Wichtig ist: Machen! Gewohnheiten etablieren und am Ball bleiben. Übung macht den Meister! Erfolge brauchen Zeit. Haben Sie Geduld mit sich und Ihren Kindern. Aber starten Sie – jetzt!

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