Brustschmerzen bei Kindern

Nach längerer Zeit möchte ich mal wieder ein häufiges Krankheitsbild bzw. Thema aus der Praxis aufgreifen – Brustschmerzen bei Kindern und Jugendlichen. Diese sind meistens atemabhängig. Das heißt, sie verstärken sich beim tiefen Einatmen, sind eher stechenden Charakters und treten unter sportlicher Belastung eher selten auf.

Die Sorge der Eltern – und die Äußerung der Kinder bei Brustschmerzen – geht häufig in die Richtung von „Herzschmerzen“ mit allen damit verbundenen Katastrophen, die das angstgeplagte Hirn sich ausmalen mag: Herzinfarkt, Herzfehler, Herzrhythmusstörungen etc. etc. etc.

Bei „herzgesunden“ Kindern tut das Herz nicht weh. Das Herz hat zwar viszerale Schmerzfasern, die bei Herzinfarkten o.ä. ein dumpfes Druck- oder Engegefühl hervorrufen können, aber in der Regel keinen stechenden Schmerz – und erst recht nicht atemabhängig. Eine herzbedingte Brustschmerzproblematik ist mir in 16 Jahren Kinderheilkunde auch nicht untergekommen.

Bild Brustschmerzen bei Kindern, mit generativer KI erstellt

Was ist die häufigste Ursache bei Brustschmerzen bei Kindern?

Im Osteopiratenblog, was könnte die Antwort wohl sein?! Sie ahnen es: Blockierungen! Brustwirbelsäule, Rippen allen voran zu nennen. Was ist die Folge? Vereinfacht gesagt: Die Nerven, die z.B. zwischen den Wirbelkörpern austreten, werden durch die Blockierung gereizt, auch die Zwischenrippennerven (Interkostalneuralgien) können in Mitleidenschaft geraten. Der Körper bzw. das Hirn projiziert den Schmerz dann in die Region, für die der Nerv zuständig ist – sticht also beispielsweise vorne am Brustkorb, obwohl hinten am Rücken die Blockierung der Übeltäter ist.

Bild Brustwirbelsäulenblockierung

Wie kommt es zu den Blockierungen, die zu Brustschmerzen bei Kindern führen?

Die Ursachen sind mannigfaltig. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus (ohne Studienhinterlegung) sind es meist schlanke, sportliche Jungs und Mädels, die bei Teamsportarten gegeneinander knallen, ständig von Bäumen, Mauern oder aus Schaukeln springen und dann vermutlich schief aufkommen, ungünstige Bewegungen machen und zack – klemmt’s.

Was passiert draußen in den (Kinder-)arztpraxen?

Ein Problem in der allgemeinpädiatrischen Weiterbildung ist, dass man NICHTS über somatische Dysfunktionen sprich Blockierungen lernt. Man sieht nur, was man kennt. Was passiert also bei Brustschmerzen bei Kindern? Die ganze Latte von kinderkardiologischer Abklärung mit Echokardiographie, Langzeit-EKG etc., kinderpulmonologische Begutachtung mit Lungenfunktion, Röntgen-Thorax, literweise Aderlass. Orthopädische Grundlagenabklärungen zum Ausschluss Skoliose etc. Nicht selten habe ich abstruse Diagnosen gelesen wie „Pleurodynie“ – klar, es gibt die Brustfellentzündung als Begleitung einer Lungenentzündung, die kann auch solche Schmerzen machen, auch atemabhängig… aber dafür muss man auch schon ein bisschen doller krank (gewesen) sein.

Wie behebt man das Problem der Brustschmerzen bei Kindern?

Bild Behandlund an der BWS, mit generativer KI erstellt

Osteopathisch und manualmedizinisch – reicht manchmal auch ein einfaches „Knacken“, was der Volksmund so schön als „Einrenken“ bezeichnet. Bei diesem Wort bekomme ich selbst immer einschießende Kieferschmerzen, aber das ist eine andere Story. Also: Blockierung einstellen, freie Richtung, Probemobilisation, schmerzfrei? Zack, kleiner Impuls und es kracht im Gebälk. Und Patient? Manchmal postwendend beschwerdefrei, manchmal dauert’s ein bisschen länger.

Und wo man schon mal da ist, kann man ja auch nochmal ganzheitlich osteopathisch das Kind in die „richtigen“ Bahnen behandeln.

Shoutout an meine lieben kinderärztlichen Kollegen:

Bei ansonsten gesundem Kind ohne kardiopulmonale Auffälligkeiten vielleicht an oben genanntes Denken, zum Osteopathen des Vertrauens schicken, bevor die große Abklärungsbatterie gefahren wird – spart Ressourcen im Gesundheitssystem und erspart den Eltern viele unnötig schlaflose Nächte!